Ende- Neuanfang- Weiterarbeit

Das Kapitel Kita ist für uns nun vorbei! Wenn die Kinder die Kita verlassen bekommen wir als Eltern die Dokumentationen der Kinder. Entwicklungsstände, Besonderheiten, Weiterentwicklung usw. In der Dokumentation sollten alle Entwicklungsstände dokumentiert sein, ebenso die sexuellen Übergriffe, da aus Ihnen besondere Verhaltensweisen hervorgehen. Ich meine im Klartext, solche Sachen wie:

  • Hat Angst alleine auf Toilette zu gehen.
  • Nässt sich vermehrt ein.
  • Kotet in die Anziehsachen.
  • Verweigert den Toilettengang.
  • Nimmt nicht an Gruppenspielen teil.
  • etc.

Den Ordner mit den Dokumentationen meines Kindes habe ich mir erst später vorgenommen, weil ich emotional ziemlich aufgewühlt war, was mich wohl erwartet …

Aber wie soll ich es aufschreiben? Es stand absolut nichts drin. Die ganz normalen Dokumentationen zur Entwicklung waren vorhanden, diese bespricht man gemeinsam mit dem pädagogischen Personal während der Entwicklungsgespräche. Einmal wurde darauf eingegangen, dass er wieder Angst zeigt, alleine auf Toilette zu gehen aber nichts über die sexuellen Übergriffe NADA …

Und das Beste kommt noch, das gesamte letzte Jahr sein Vorschuljahr wurde nicht dokumentiert, als wenn er in einer anderen Einrichtung gewesen wäre oder Zuhause. Das zeigt wieder ganz deutlich, wie unprofessionell mit dem Thema sexuelle Übergriffe unter Kindern in dieser Einrichtung umgegangen wird.

Denn mein Sohn ist letztes Jahr immer plötzlich in der Kita eingeschlafen, am Essentisch, auf Holzbänken usw. Er war deswegen im Krankenhaus, weil wir Angst hatten, es handele sich um Narkolepsie. In diesem Zuge kam aber heraus, dass er die Geschehnisse die massiven sexuellen Übergriffe jetzt so verarbeitet. Damals wurde mir geraten in dieser Kita zu bleiben, damit er das Jahr zur Verarbeitung nutzen kann. Das haben wir auch gemacht! Aber nichts davon steht in der Dokumentation, es ist, als wäre er nie in der Kita gewesen.

Und das zeigt ganz deutlich, dass sich die Kita immer noch nicht mit der Thematik auseinandersetzt. Es wird einfach totgeschwiegen, nicht aufgeschrieben und so gehandhabt als wäre nie etwas geschehen. Unfassbar traurig im Endeffekt, weil es hier immer noch um Kinder geht!

Die Folgen der sexuellen Übergriffe sind sehr groß! Es folgten Therapien viele körperlichen Nachwehen und unendliche Gespräche. Aber nichts davon wird in der Dokumentation erwähnt, obwohl laut Kindertagesstättengesetz diese Dokumentationen Pflicht sind.

Es bleibt einfach der bittere Nachgeschmack, dass es allen Beteiligten lieber ist, es wächst Gras über diese Angelegenheit. Und das ist nicht der richtige Weg! Es ist keine Präventionsarbeit und wird am Ende wieder dazuführen, das wenn etwas geschieht, es verheimlicht wird. Es wird wieder Eltern geben welche sich aufregen aber im Endeffekt nichts dagegen machen werden. Andere werden allein kämpfen und am Ende als „nervige Eltern“ betitelt und andere hoffen einfach das die Anderen für sie kämpfen.

Gewaltprävention kann nur gewährleistet werden, wenn alle gemeinsam daran arbeiten! Denn geschehen kann immer irgendwas – wichtig ist der Umgang mit den Geschehnissen! Aber das will irgendwie immer noch keiner sehen. Transparent mit einem ausgearbeiteten Konzept können Einrichtungen und Eltern den Kindern helfen sicher, stark und selbstbewusst zu werden. Gefahren und Situationen einzuschätzen – einfach körper- und sinnesbewusst mit komischen Situationen umzugehen.

Offen mit Problematiken umzugehen ist ein Schritt in eine sichere Kitazeit. Doch solange wir Eltern da nicht gemeinsam an einem Strang ziehen, werden Einrichtungen immer die Möglichkeit haben unangenehme Situationen zu vertuschen, diese zu verharmlosen und so weiter machen wie bisher. Und das alles für Prestige, Geld und Kitaplätze koste es, was es wolle.

Ich kann Ihnen nur raten sollten irgendwelche Vorfälle in Ihrer Kita geschehen, schweigen Sie nicht! Stehen Sie auf Kämpfen Sie für Ihre Kinder und kämpfen Sie für Veränderung – unsere Kinder sind das Wertvollste, was wir haben! Lassen Sie sich die Dokumentationen immer wieder zeigen und achten Sie darauf, dass alles in der Dokumentation aufgeschrieben wird. Wir werden das Nachholen 🙂