Hin und Her

kind mit Gefühlen Angst, traurig alleine

Die Zugriffe auf meinen Blog nehmen immer mehr zu, was ich sehr schön finde! Vielen Dank an Alle, die sich meine Artikel anschauen und mir immer wieder Ihre Meinung, Ihre Erlebnisse oder Ihr Kritik äußern.

Heute möchte ich wieder auf eine anonyme Nachricht antworten. Ich finde es sehr schade, dass Sie sich nicht mit einer richtigen E-Mail-Adresse angemeldet haben oder mir die Möglichkeit geben mich mit Ihnen auf anderen Wege in Verbindung zu setzen. Darum hier die Nachricht und der Rest wird meine Antwort 😉

„Frau Höller, Sie haben nicht annähernd eine Ahnung was Sie mit Ihrem Buch, Ihrem Blog angerichtet haben. Die armen Erzieherinnen, welche mit Ihren haltelosen Vorwürfen leben müssen und die Kinder die beschuldigt wurden. Es wurde so intensiv in der Einrichtung gearbeitet, das haben sie nicht verdient.“

Und nochmal, weil es so schön ist 😊

Weder in meinem Blog noch in meinem Buch werden/wurden Namen genannt! Ich habe das Buch geschrieben, damit man klarsehen kann wie mit dem Thema „sexuelle Übergriffe“ unter Kindern umgegangen wird. Es wird runtergespielt, vertuscht und die Verantwortungen werden von einer Institution auf die andere Instution abgewälzt.

In unserem Kindergarten ging es nicht um eine oder zwei Grenzverletzungen, sondern um sexuelle Übergriffe in einem Zeitraum von 2 Jahren! Vorwiegend ausgeführt von einem Kind, keinem sozial schwachen Kind oder einem Kind mit Migrationshintergrund, sondern einem gutsituierten, katholisch erzogenen Kind. (Um hier auf alle Fragen die in letzter Zeit aufgekommen sind zu antworten).

Sexuelle Übergriffe in Form von:

  1. Stockeinführungen anal sowie vaginal
  2. Zungenküsse
  3. Scheiden rubbeln.
  4. Penisse in den Mund nehmen.
  5. Penisse rubbeln.
  6. Pipi trinken.
  7. Am Popo riechen.
  8. Und das alles mit roher Gewalt, Erpressungen, Nötigungen usw.

Mein Buch beschreibt die Geschehnisse bis November 2015! Mein Artikel „Wie es weiterging“, die Geschehnisse nach November 2015! Und diese, finde ich noch viel schlimmer, denn nach all den Schulungen, den Programmen und dem ganzen Gesprächs Terminen, durfte das Kind weiter sein Unheil in der Kita treiben. Hier haben die Einrichtung sowie der Träger klar gezeigt, dass Sie unsere Kinder nicht ernst genommen haben. Dass die Schulungen nicht gefruchtet haben, denn ein Kind welches bei „Doktorspielen“ übergriffiges Verhalten zeigt, darf nicht weitermachen, sondern muss aus den Spielen rausgehalten werden.  Die Einrichtung hat einfach Regeln gelockert ohne mit uns Eltern zu sprechen und klare Absprachen gebrochen!

Dass, wir uns  als Eltern dies alles nicht gefallen lassen sollte doch klar sein. Denn hier geht es um unsere Kinder und nicht um irgendeine Ware. Das pädagogische Personal ist dazu verpflichtet, unsere Kinder während der Zeit im Kita zu schützen! Hier wurde grob fahrlässig gehandelt, trotz Schulungen, trotz Gesprächen. Denn das Personal sowie der Träger, haben das Problem einfach nicht erkannt und uns sowie unseren Kindern unterstellt, dass wir die Angelegenheit dramatisieren, Sachen dazu erfinden usw. Nochmal im Einzelnen:

  • Es gab sexuelle Übergriffe, aber die Situation war nicht so dramatisch
  • Wir Eltern haben Probleme mit kindlicher Sexualität
  • Die Kinder und wir Eltern haben eine Geschichte um Geschehnisse gesponnen
  • Wir Eltern sind gefährlich, bedrohen das übergriffige Kind usw.

Ich meine was wollen Sie mir denn mit Ihrer Nachricht sagen? Alles ist gut das Personal hat daraus gelernt und jetzt lassen wir einfach ganz viel Gras über die Sache wachsen, bis das Thema irgendwann wieder aktiv wird?

Probleme können nicht angegangen werden, wenn man die Schuld bei anderen sucht. Sondern man muss klar erkennen:

  1. Wo liegt das Problem
  2. Was können wir gemeinsam unternehmen, damit das Problem nicht mehr vorkommt?
  3. Was haben wir falsch gemacht?
  4. Wie können wir gemeinsam mit allen Eltern eine Lösung finden?

Wenn sich aber immer sagt, nein das ist nicht geschehen und die Kinder sowie die Eltern lügen… Dann kann man das Problem nicht erkannt haben, dann bringen Schulungen nichts und intensives arbeiten auch nichts…

Ich nehme an, Sie haben keine Ahnung wie es ist, wenn Ihr Kind nachts aufwacht, weil es Alpträume hat. Sich einnässt und einkotet aus Angst, ohne jeglichen Grund einfach einschläft und Sie im Krankenhaus auf das MRT Ergebnis warten müssen…  Um dann zu erfahren, dass er jetzt erst den Schmerz verarbeitet…

Ich habe absolut kein Verständnis für das Personal noch für den Träger. Und ich muss es auch nicht! Sie hatten 2 Jahre Zeit, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, präventiv zu arbeiten und das Problem anzugehen.  Es wurde nur geredet, falsche Versprechungen gemacht und es kamen sehr viele Kinder zu schaden. Und nur um mit dem Mythos aufzuräumen, Kinder seien Wunderwesen die alles einfach wegstecken und super verarbeiten, es gibt Kinder die das nicht können. Die später oder jetzt schon darunter leiden. Aber das interessiert in den Einrichtungen niemanden, denn die Kita ist nur solange zuständig bis die die Kinder in die Schule kommen, dann muss sich die Grundschule darum kümmern, dann die weiterführende Schule usw. Wenn dann irgendwas geschieht, haben natürlich alle Institutionen nichts davon gewusst… Und das muss geändert werden!

Gras wachsen lassen ändert doch nichts an dem Problem!  Wenn die Einrichtung und der Träger richtig, schnell, transparent gehandelt hätten, hätte man den Kindern und dem übergriffigen Kind helfen können!

Denn schließlich kam im Nachhinein raus, dass dieses Kind nur übergriffig wurde, weil es selbst sexuell missbraucht worden ist! Während einer Waldzeit im Kita von einem fremden Mann… Das haben zumindest die Eltern des Kindes dem Lehrerkollegium der Grundschule erzählt.

Und immer noch kommen anonyme Nachrichten, das arme Personal. Ich hoffe, dass das Personal diese Vorfälle nicht vergisst! Ich fände es menschlich, dass man reflektiert, ein Auge auf die Geschehnisse wirft und sich endlich eingesteht, dass der Erziehungs- sowie Schutzauftrag völlig verfehlt wurde. Denn wenn Sie das machen, dann werden Sie in den neuen Einrichtungen wo sie jetzt arbeiten, gute Erzieher/innen, welche Ihre Kinde den Schutz gewährleisten können, welchen die Kinder auch verdient haben. Und auch Ihnen biete ich an, sprechen Sie mich an, wir können sehr gerne von Angesicht zu Angesicht darüber diskutieren, was geschehen ist und wie damit umzugehen ist.