Kinder ohne Selbstbewusstsein = Warum hast du dich nicht gewehrt?

glückliche hände

Wenn unsere Kinder Gewalt erfahren, kommt uns oft der Gedanke: „Warum hast du dich nicht gewehrt?“ Zurückhaltente Kinder haben es in der Kita und in der Schule nicht einfach. Mit Selbstbewusstsein wird man nicht geboren, sondern man muss es lernen. Und dabei spielen alle Menschen im nahem Umfeld unserer Kinder eine sehr wichtige Rolle.

Kinder brauchen Hilfe auf dem Weg aktiv mutig und stark zu sein

Damit ihr Kind sich sicher in schwierigen Situationen fühlen kann, ist es wichtig, dass es lernt damit umzugehen. Es ist wichtig die Balance zu finden sich wehren soll nicht gleichbedeutend sein mit – Ich schlage mich und löse meine Probleme mit Gewalt.

Zum Beispiel ist es sehr hilfreich, wenn ihr Kind verbal angegriffen wird, dass es sich verbal mit kessen Sprüchen wehren kann. Es wir die anderen Kinder überraschen, vielleicht sogar zum Lachen bringen und die Situation entschärft sich. Ihr Kind wird seltener Opfer sein, wenn es sich klar, laut und sicher zur Wehr setzen kann. Für viele Täter oder besser gesagt übergriffigen Kindern wird das Kind, wenn es sich wehrt uninteressant.

Wie reagiert Ihr Kind richtig?

  • Sprüche ohne Aussage die darauf ausgelegt sind Kinder zu verletzen oder sie zu provozieren, muss man sich nicht anhören. Entweder Ihr Kind dreht den Anderen direkt den Rücken zu und geht langsam weg oder es fällt gleich zu Beginn den anderen Kindern ins Wort. Klare Signalsprache soll sein: Mit mir nicht! Und das Weggehen oder ins Wort fallen signalisiert klar und deutlich, dass sie das mit Ihrem Kind nicht machen können.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es durchaus vorkommen kann, dass es immer wieder Kinder/ Menschen geben wird, mit denen man nicht klarkommt. Die einem ärgern oder andere gegen sich aufhetzen. Geben Sie Ihrem Kind die Sicherheit, dass es vollkommen in Ordnung ist sich zu streiten, klar zu sagen, dass man dies nicht möchte oder nicht gut findet. Klar, kann es zu weiteren Konflikten kommen, wenn man sich gegen etwas stellt, aber viel wichtiger ist, Ihr Kind lernt, dass man nicht nur aus „Harmoniebedürfnis“ oder wegen falschen „Beweggründen“ alles über sich ergehen lassen muss. Wahre Freunde lassen Streit zu und zwingen niemanden zu Handlungen, welche diese nicht wollen. Kommunizieren Sie dies offen und ehrlich mit Ihrem Kind. Es wird es irgendwann verstehen.
  • Neben der klaren Sprache, sollten Sie auch an der Körperhaltung arbeiten. Üben Sie mit Ihrem Kind das große und das kleine NEIN. Ihr Kind sollte seinem Gegenüber in die Augen blicken können und so klar auch ohne viel Worte ausdrücken können, was es von dem Verhalten seines Gegenübers denkt.

Eine schlagfertige Antwort ist das beste Mittel seinem Gegenüber zu verunsichern, trainieren Sie es mit Ihrem Kind und Sie werden merken auch Ihnen macht es Spaß und wer weiß, vielleicht hilft es auch Ihnen im Alltag. Es gibt verschiedene Techniken, welche man mit den Kindern trainieren kann:

  • Ohne Zögern oder mit der Wimper zu zucken zurückweisen
  • Zustimmung, einfach unerwartete Zustimmung
  • Fragen Sie direkt nach einer Lösung
  • Oder übertreiben Sie einfach maßlos

Wie kann ich diese Praktiken mit meinem Kind üben?

Am einfachsten geht dies, wenn Sie eine Reihe dumme Sprüche sammeln, denen ihr Kind oder dem Sie vielleicht früher ausgesetzt waren oder sind. Dann überlegen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind passende Antwortmöglichkeiten – Sie werden sehen, die Sprüche verlieren zum Einem Ihre Gewichtung, weil diese immer wieder thematisiert werden und zum Anderem macht es riesen Spaß zu beobachten, welche schlagfertigen Antworten aus Ihrem Kind so rausplatzen.  Und wenn Ihrem Kind mal gar nichts einfällt, dann zeigen Sie Ihm was es am Besten in diesen Situationen macht, mit einem klaren Blick den Rückzug antreten oder den Vogel zeigen, das liegt ganz in Ihrem Ermessen.

Damit Sie früh erkennen wie es Ihrem Kind geht und als gute Kommunikationsübung, bietet es sich an, wenn Sie sich als Familie die Zeit nehmen jeden Abend zusammenzusitzen und einfach über den Tag zu quatschen. Nicht immer muss es was Schlimmes zu berichten geben aber Ihr Kind lernt so am einfachsten zu kommunizieren.