Gewaltprävention: Gewaltfreie Kommunikation für Schüler

Kinder beim Tauziehen

Schulen und Eltern sollten zum Schutze der Kinder zusammen arbeiten. Prävention bedeutet, einen gemeinsamen Weg finden, Schülern gewaltfreie Kommunikation näher zu bringen. Nur wer mit gutem Beispiel erzieherisch vorangeht, kann Schülern neue Wege aufzeigen. Besonders wichtig dabei ist der Umgang zwischen Eltern und Lehrern. Erfahrungen zeigen, dass wenn die Kommunikation zwischen Schulen und Eltern funktioniert, es weniger zu Gewalt an den Schulen kommt.

Schulen sollten gemeinsam mit den Eltern in puncto Gewaltprävention mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten:

  • Gewaltprävention im Sinne langfristiger vorbeugender Arbeit, Aufnahme in den Lehrplan, Schulungen mit den Kindern an realitätsbezogenen Rollenspielen
  • Verhalten in aktuellen Gewalt- und Konfliktsituationen sowie Arbeit mit gefährdeten Kindern und Jugendlichen
  • Maßnahmen zur Konfliktregelung und Nachbearbeitung um Rückfälligkeit bereits aufgefallener gewalttätiger Kinder und Jugendlicher zu verhindern.
  • Sicherheit auf dem Schulweg (Schutz vor Gewaltverbrechen)

Wichtig dabei ist, in allen Bereichen tätig zu werden. Hier sollte man auf eine altersgerechte Gruppierung achten, damit die unterschiedlichsten Situationen besprochen werden können. Gewaltprävention bietet Kindern und Jugendlichen eine Vielzahl von Handlungsmöglichkeiten im Vorfeld. So können sich Kinder und Jugendliche im Notfall besser wehren. Hier sollten Eltern und Schulen eng zusammenarbeiten, um den Kindern eine optimale Gewaltpräventionsschulung bieten zu können.

Die Bildungsforscher Holtappels und Tillmann formulieren vor dem Hintergrund einer umfassenden Untersuchung über „Gewalt an Schulen“ sieben Bereiche effektiver Präventionsarbeit:

  1. Gewaltprävention: Regeln etablieren, Grenzen setzen
    Die Schule ist ein Ort, an dem die körperliche Unversehrtheit aller garantiert ist und geachtet wird. Hier hat Gewalt in allen Ausformungen keinen Platz. Deshalb ist die Frage zu beantworten, wann und wie Lehrkräfte und Mitschülerinnen bei Gewaltakten und Diskriminierungen eingreifen.
  2. Gewaltprävention: Lernkultur entwickeln
    Lernkultur heißt schülerorientierter Unterricht, erkennbarer Lebensweltbezug, förderndes Lehrerengagement, didaktisch-methodische Phantasie, individualisierte Lernzugänge und Lernformen sowie eine Vielzahl von Lernorten und Lernumgebungen. Es zeigt sich, dass fehlende Förderanstrengungen (Förderunterricht) der Schule und der einzelnen Lehrkräfte ein wichtiger Faktor für das Aufkommen hausgemachter Schülergewalt ist. Schulgröße und Klassengröße haben demgegenüber keinen Einfluss auf Gewaltvorkommen.
  3. Gewaltprävention:  Sozialklima verbessern
    Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen dem Sozialklima der Schule und Gewalthandlungen von Schülern. Problematisch ist die fehlende Bindung der Schüler an Lerngruppen und ein fehlender Gruppenzusammenhalt bei gleichzeitig konkurrenzorientiertem Klima. Positiv wirkt sich aus, wenn Schüler und Lehrer gut miteinander auskommen, wenn Schüler von Lehrern ernst genommen werden, wenn Akzeptanz und Wertschätzung das Lehrerverhalten bestimmen.
  4. Gewaltprävention: Etikettierungen vermeiden
    Der Prozess der sozialen Etikettierungen erweist sich als äußerst gewaltfördernd. Schüler, die in der Schulöffentlichkeit gebrandmarkt werden oder stigmatisierte Außenseiterpositionen einnehmen, sind deutlich gewalttätiger als andere. Sie entsprechen sozusagen den an sie herangetragenen Erwartungen.
  5. Gewaltprävention:  Schulhof- und Schulgebäude-Gestaltung
    Wenn Schüler und Schülerinnen oft in viel zu kleinen Räumen ohne entsprechende Bewegungsmöglichkeiten sitzen müssen, sollten diese Räume wenigstens so ansprechend wie möglich gestaltet werden. „Manchmal hilft schon ein bisschen Farbe“, ist dabei die Erkenntnis vieler Betroffener. Eine Schule muss über eine angenehme Atmosphäre verfügen. Damit zu verbinden ist eine aktive Pausengestaltung, wie sie in verschiedenen Schulen angewandt wird.
  6. Gewaltprävention: Kooperation im Stadtteil oder in der Kommune über den Unterricht hinaus
    Gewaltpotenzial wird auch aus anderen Zusammenhängen in die Schule importiert. Insbesondere Gewalt, die von harten Cliquen ausgeht, oder auch Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen, die sie in ihrer Familie machen müssen. Um dies in den Griff zu bekommen, ist eine Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Familien- und Jugendhilfe notwendig. Stadtteilkonferenzen, Runde Tische oder auch die Erarbeitung eines kommunalen Präventionskonzeptes sind hier Ansatzpunkte. Die Öffnung der Schule und die Einbindung in das soziale Gemeinwesen sowie Übernahme von Verantwortung in diesem Bereich haben sich als außerordentlich positiv im Sinne einer Gewaltprävention ausgewirkt.
  7. Gewaltprävention als Entwicklung von Schulkultur
    Schule muss so gestaltet werden, dass die Risikofaktoren für Gewaltverhalten an Einfluss verlieren. Die Entwicklung einer schülerorientierten Lernkultur und eines Sozialklimas, das Ausgrenzung vermeidet, sind hier wichtige Instrumente.