Kinder stärken, Kinder schützen = selbstbewusste Kinder

Kinder beim Tauziehen

In den meisten Fällen werfen wir Eltern erst einen strengen Blick auf unsere Erziehung oder unsere Weise unsere Kinder groß werden zu lassen, wenn etwas Unangenehmes geschehen ist. Auf einmal stellen wir unsere Erziehung, Werte oder das Vorgelebte infrage. Wenn ein Kind zum Täter wird (ich weiß man darf es nicht so aufschreiben aber für mich ist ein Täter ein Täter, auch wenn es ein Kind ist), hinterfragen wir, was wir falsch gemacht haben, warum unser Kind außerhalb der Reihe tanzt usw.

Wenn unser Kind Opfer wird, fragen wir uns meistens dasselbe, was haben wir falsch gemacht, warum hat es sich nicht gewehrt, warum kam es nicht direkt zu uns usw. Die Selbstfragen sind riesengroß … Und dabei verlieren wir wieder das Wichtigste aus den Augen unsere Kinder!

Denn mal Hand aufs Herz, welcher Mensch würde freiwillig zugeben etwas „falsch“ gemacht zu haben? Dabei leben wir unseren Kindern immer wieder widersprüchliche Werte vor.

  • Wir verlangen, dass unsere Kinder sich wehren, aber dabei keine Gewalt einsetzen, nur wenn es sein muss.
  • Wir erwarten, dass unsere Kinder respektvoll mit Erwachsenen umgehen, aber nicht mit Fremden reden dürfen.
  • Wir verlangen, dass unser Kind Tante, Oma etc. einen Kuss gibt, auch wenn es das nicht möchte. Verstehen aber dann nicht, wenn es unsicher im Umgang mit anderen Erwachsenen ist.
  • Wir leben unseren Kindern keine Grenzen vor, erwarten, aber dass unser Kind seine Grenzen klar kennt und danach auch handelt.
  • Wir verlangen, dass unsere Kinder ehrlich sind, aber lügen selbst im Alltag das ein- oder andere Mal. Natürlich nur Notlügen, aber Hand aufs Herz, woher soll unser Kind das wissen? Oder klare Unterschiede erkennen.
  • Wir möchten, dass unser Kind sich an gewisse Regeln hält, verstehen dann aber nicht warum, das Kind nicht erkennen kann, wann es Regeln brechen kann, wie zum Beispiel wenn es bedroht wird?
  • Wenn unser Kind hinfällt und weint, weil es wehgetan hat und wir sagen: „Stell dich nicht so an oder komm hör auf zu weinen oder hat doch gar nicht wehgetan.“ Was drücken wir damit aus? Unterdrück mal deine Gefühle, denn Fazit, ist, es hat wehgetan, es stört mich nur gerade.
  • Im Gegenzug möchten wir aber wissen, wie es in unserem Kind vorgeht, dass es über seine Gefühle spricht usw.

Schwierig, wenn man auf der einen Seite seine Gefühle unterdrücken, muss (Beispiel Sturz) auf der anderen Seite, dann aber gewollt wird, dass man über seine Gefühle spricht.

Wir möchten, dass unsere Kinder ernst genommen werden, nehmen sie aber meistens nicht ernst, wenn sie uns was zu sagen haben. Gerade wenn es interessante Geschichten über Wesen sind, welche ihnen den Tag über begegnet sind … Aber manchmal sind gerade diese Geschichten sehr wertvoll, weder erfunden noch zu ausgeschmückt, sondern einfach nur ein Teil der Emotionen, welche Kinder spannend verpacken.

Wir ärgern uns, wenn andere unsere Kinder nicht ernst nehmen. Sind aber selbst oft im Alltag damit beschäftigt zu sagen, dazu bist du noch zu klein, das geht dich nichts an, das verstehst du noch nicht oder quatschen über Themen, welche die Kinder betreffen und die Kinder sind im selben Raum etc.

Wir sind ausschlaggebend, dass unsere Kinder gestärkt, selbstbewusst und mit einem gesunden Körpergefühl groß werden. Kinder müssen lernen mit ihren Gefühlen umzugehen, diese frei äußern zu dürfen, jemanden zu haben der ihnen zuhört, auch wenn man vielleicht gerade mit anderen Themen beschäftigt ist. Unsere Kinder sollen lernen sich frei äußern zu können, ihre Gefühle zu erkennen und diese auch zu leben.

Regeln, Strukturen und Rituale, sind ebenfalls sehr wichtig für Kinder. Kinder schlagen über die Stränge testen aus, hier müssen wir ihnen klare Regeln und Grenzen aufzeigen. Sie brauchen einen strukturierten Alltag, damit sie es später einfacher haben sich selbst zu strukturieren.

Strukturen sind sehr wichtig, wie sieht meine Woche aus, wie sieht mein Tag aus. Gerne planen wir die Woche unserer Kinder voll mit Vereinen, Musikunterricht usw. Dabei ist Spielzeit, Zeit mit Freunden oder auch Faulenzen auf der Couch, teil einer gesunden Struktur. Unternehmungen, welche die Kinder gerne machen, warum nicht einfach mal mitmachen. Nicht immer ist eine ausgebuchte Woche das Richtige. Gerade weil Kindergarten sowie Schule schon sehr viel Raum einnehmen.

Wie oft hört man Erwachsene sagen, mein Kind muss funktionieren oder wenn das Kind spät zu Bett geht, naja man muss sich ja dem Leben anpassen (z. B. wenn ein Elternteil spät von der Arbeit kommt). Wir entscheiden uns umzuziehen und erwarten, dass sich unserer Kinder der Situation schnell ergeben, denn es sind ja Kinder, die verarbeiten das viel schneller als wir Erwachsene. Und das Beste ist, sie dürfen auch nicht mitentscheiden. Wir bringen unsere Kinder im Laufe der Zeit in Situationen, welche diese ganz anderes handhaben würden wie wir. Erwarten in diesem Fall, dass die Kinder mitziehen, oder sitzen es aus. Wenn das Kind sich aber dann aber im Gegenzug in einer Gefahrensituation befindet und sich hier nicht raus manövrieren kann, ist es für uns immer ein Rätsel.

Damit unser Kind selbstbewusst und stark aufwächst, müssen wir es begleiten und ihm helfen:

  1. Gefahren zu erkennen
  2. Gefühle wahrzunehmen und zu leben
  3. Auf sein Bauchgefühl zu hören
  4. Sein Körper wahrzunehmen als sein Körper
  5. Grenzen zu respektieren und aufzeigen zu dürfen
  6. Kommunikation zu leben, diskutieren etc.
  7. Sozialverhalten zu entwickeln im Leben mit anderen Kindern, Erwachsenen usw.

Hierbei ist es einfach wichtig auch unangenehme Themen mit den Kindern zu besprechen. Themen, die wir Eltern lieber totschweigen, weil sie uns selbst einfach viel zu sehr belasten wie:

  • Nicht mit Fremden reden.
  • Nicht mit Fremden mitgehen.
  • Laut Feuer zu schreien, wenn sich das Kind in einer Gefahrensituation befindet.
  • Sich mit allem zu wehren, was es einsetzen kann, wenn es zu einer direkten Gefahrensituation kommt.
  • Schreien, hauen, beißen, treten, Hilfe holen.

Kinder sollten wissen, was sie machen können, wenn Gefahr in Verzug ist! Hilfe holen, ist kein Petzen! Es gibt gute und schlechte Geheimnisse, wie definiert man gute Geheimnisse, wie schlechte Geheimnisse. Es gibt das Große und das leise NEIN, wie drücke ich mich aus, dass mein NEIN wahrgenommen wird. Wenn ich nicht knuddeln möchte, dann möchte ich das nicht! Man muss auch nicht!

Zuhören und Zeichen wahrnehmen ist ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor. Viele Sachen, die wir als selbstverständlich ansehen oder nicht als so ernst wahrnehmen, ist aber für unser Kind eine ernste Angelegenheit. Und wenn wir nicht antworten, es als Lappalie abweisen, wird es immer jemanden geben, der nur allzu gerne bereit ist, Auskunft zu geben und so den Status von fremd auf Freund setzen kann.

Zudem sollten wir einfach nicht von unseren Kindern mehr erwarten, als wir als Erwachsene es bereit sind zu tun. Denn was man einfach sagen kann, ist, dass wir manchmal einfach viel zu viel von unseren Kindern erwarten.