Anonyme Nachrichten :)

gemeinsam stark sein

Ich wollte einfach offen auf die anonyme Nachricht reagieren, die mich am 23.03. erreicht hat. Die Nachricht erfolgte als Kommentar, auf meinem Artikel: Wir Eltern haben klar überreagiert:

[Schutzpanzer] Wir Eltern haben klar überreagiert …
Suchen sie sich doch endlich eine andere Einrichtung!!!! Unglaublich, in der Einrichtung wurde intensiv gearbeitet und verändert! Es ist alles ruhig und sie schlagen Wellen, die sie selbst antreiben!Respektlos dem neuen, motivierten Personal gegenüber, die nichts damit zu tun haben!

Hier möchte ich gerne Terry Pratchatt zitieren:

„‚Multiple exclamation marks,‘ he went on, shaking his head,
‚are a sure sign of a diseased mind.'“

Und frage mich, was will man mit !!!! ausdrücken 😉 

Mein Artikel „Wir Eltern haben klar überreagiert“, entstand, weil ich erfahren habe, wie nach außen vom pädagogischem Personal kommuniziert wird.. Und zum neuen Personal nur zwei sind neu, drei sind noch aus einer der Besetzungen, wo die sexuellen Übergriffe stattgefunden haben. Wir wollen ja, dass alles  seine Richtigkeit hat.

Respektlos finde ich, dass die sexuellen Übergriffe immer noch heruntergespielt werden! Denn die ganzen Opfer haben es verdient, dass man Sie ernst nimmt und ihnen nach all dem schrecklichem erlebten, Raum und Kraft gibt sich wieder zu entfalten. Dazu gehört für mich, dass man eingesteht, was alles schief gelaufen ist. Denn nur, wenn man wirklich erkennt, was geschehen ist, kann man zukünftig präventiv handeln. Das geht nicht, wenn man nach außen behauptet: „ Ja es kam zu sexuellen Übergriffen, aber wir hatten das schnell im Griff! (Aussage einer Erzieherin die schon da war, als die Übergriffe stattgefunden haben). Oder Aussagen von Erzieherinnen, welche aus anderen Gründen gerade nicht in der Einrichtung arbeiten: „Es wurde heißer gekocht, als es war.“ Denn genau diese Aussagen sagen eines aus: Den Kindern die Opfer waren, wurde nicht geglaubt! Die ganzen Vorwürfe:

  • Wir Eltern hätten unseren Kindern Worte in den Mund gelegt,
  • Die Kinder würden einen Vorfall aufbauschen.
  • Es würde eine Hetzjagd stattfinden.
  • Wir Eltern würden Wellen schlagen.
  • Es gab kleinere Vorfälle, um die eine Geschichte gesponnen wurde.
  • Usw.

Kommen dabei wieder hoch!

Was aber vergessen wird, sind die Kinder die eine extreme Art von Gewalt erleiden mussten, die nachts Albträume haben, sich einnässen, Angst haben, in die Kita zu gehen usw. Diese Kinder gibt es! Und in meinen Augen kann man das nicht trennen, man kann nicht sagen es gab den Cut und jetzt ist alles neu motiviert und gut! Denn wenn in den Köpfen des Personals diese Einstellung herrscht, dass es alles nicht so wild war, dann hat das nichts mit Motivation zu tun. Dann wurde das Problem nach all der Zeit einfach nicht erkannt und das bedeutet, es wird sich nie etwas ändern. Und ich wiederhole es nicht gerne wir reden hier nicht von einer Grenzverletzung, wir reden von sexuellen Übergriffen in einem Zeitraum von 2 Jahren!

  1. Stockeinführungen anal sowie vaginal
  2. Zungenküsse
  3. Scheiden rubbeln.
  4. Penisse in den Mund nehmen.
  5. Penisse rubbeln.
  6. Pipi trinken.
  7. Am Popo riechen.
  8. Und das alles mit roher Gewalt, Erpressungen, Nötigungen usw.

Gut aber zum Wesentlichen, genau solche Aussagen wie Ihre, führen dazu, dass schwierige Themen wie sexuelle Übergriffe unter Kindern, nicht kommuniziert werden. Mit dieser Einstellung werden die Sachen vertuscht, verheimlicht und alles schön unter dem Teppich gekehrt. Uns wurde versprochen:

  1. Dass der Elternbeirat und wir Eltern am frühkindlichen Sexualkonzept mitwirken dürfen.
  2. Dass das Personal komplett ausgetauscht wird, es einen kompletten Neustart geben soll
  3. Dass die Themen mein Körper gehört mir, Nein sagen, Gefühle usw. mit den Kindern in Themenwochen bearbeitet wird

Dass alles ist, seit letztem Jahr Juli nicht geschehen.. Und warum? Weil es viele Menschen gibt wie Sie, die einfach froh sind, dass über diesem unangenehmen Thema endlich wieder Gras wächst. Aber das hilft nicht, denn dieses Thema ist wichtig und ein Teil der Gewaltarten in Kitas, Grundschulen und Schulen. Das Personal müsste eigentlich schon in der Ausbildung auf diese Art von Gewalt geschult werden. Damit im Ernstfall transparent und professionell mit sexuellen Übergriffen umgegangen werden kann. Genau diese Scham, das falsche Verhalten hat doch erst dazu geführt, dass das Kind zwei Jahre lang sexuelle Übergriffe ausgeführt hat. Und es kam erst nach dem Weggang des Kindes raus, dass dieses Kind übergriffiges Verhalten an den Tag gelegt hat, weil es sexuell missbraucht wurde. Dem Kind wurde nicht geholfen, man hätte dem Kind viel früher helfen können, wenn man den Blick auf die Kinder gehabt hätte und nicht auf Prestige sowie Geld. Vor allem hätte das Thema nie so große Wellen geschlagen, wenn man professionell, sachlich, ehrlich und einfühlsam damit umgegangen wäre. Aber das nur Mal am Rande … Das wird auch nicht besser, wenn man sich der Problematik einfach nicht bewusst sein möchte.

Ich nehme anhand Ihrer Aussage an, Sie haben etwas mit der Kita zu tun. Ich finde es sehr feige, dass Sie anonym schreiben. Ich bin da ansprechbar und immer für ein Gespräch zu haben! Vor allem schaue ich sehr gerne Menschen in die Augen, die solch einen Mist verzapfen 😉

Denn ich bin eine Mutter, die halt nicht den Mund hält, schweigt, still das Gras über Sachen wachsen lässt. Kommunikation ist wichtig, meine Kinder wissen, dass sie sich auf mich verlassen können. Und wie bereits im obrigen Textteil erwähnt, finde ich es respektlos, wie unsere Kinder, die Opfer wurden behandelt werden, indem man alles runterspielt und sich nicht eingestehen will, was wirklich schief gelaufen ist! Ich nenne es gerne die Pippi Langstrumpf Philosophie: Ich drehe mir meine Welt, wie sie mir gefällt.” Egal, ob ich kleine Kinderseelen links liegen lasse und einfach darauf bedacht bin, mich nicht mit unangenehmen Themen auseinandersetzen zu müssen.

Und die Aussage verlassen Sie doch endlich die Einrichtung, damit keine Wellen schlagen, Mensch was ist das denn für eine Einstellung? Ich halte mir die Augen zu, dann sehe ich das Problem nicht mehr? Das ist genau das, wovon ich in sämtlichen Artikeln schreibe, bloß nicht mit dem eigentlichen Problem auseinandersetzen 😉  Denn auch wenn ich weg bin, ändert sich nichts an der Tatsache, dass mehrere Kinder zu Schaden gekommen sind, dass es über zwei Jahre zu sexuellen Übergriffen gekommen ist und das die Kommunikation nach außen zeigt, dass man sich das immer noch nicht eingestehen möchte, weil man dann ja zugeben müsste, etwas falsch gemacht zu haben.