Begegnungen

schutzpanzer-domi

Wie heißt es so schön? Im Leben sieht man sich immer zweimal. Und so kam es am Samstag dazu, dass die Mutter des übergriffigen Kindes und ich uns begegnet sind. Wo? In einem Einkaufsladen, in meiner neuen Stadt. Ich denke, Sie hat nicht gewusst, dass ich umgezogen bin und wo ich jetzt wohne. Mir wäre Sie nicht aufgefallen. Sie war mit Ihrem älteren Sohn einkaufen. Mein Mann sprach mich direkt an und meinte schau mal wer aus ________________flüchtet und jetzt hier seine Einkäufe erledigt.

Mir wurde direkt schlecht, es war klar das wir uns mal wieder sehen, denn man wohnt im selben Kreis und irgendwann läuft man sich einfach über den Weg. Aber nach all den Monaten und dem plötzlichen verschwinden ihrerseits, war es total komisch. Sie hat mir nicht mal in die Augen geschaut! Sie starrte auf dem Boden, war äußerst bemüht mir den Rücken zuzudrehen, aber es kam keine Reaktion nichts.

Ich hab ihr direkt in die Augen geschaut, aber Sie hat einfach daran vorbeigeschaut. Und da kam mir wieder direkt die Frage? Was ist denn jetzt dran an den Vorwürfen, dass Ihr Kind nur die Übergriffe ausgeführt hat, weil es von einem fremden Mann während der Kindergartenzeit sexuell missbraucht wurde. Wenn das alles so stimmt, warum ist Sie nicht auf mich zu? Ich habe Ihr schon 2014 gesagt, dass Ihr Kind ein Problem hat und Sie sollte auf Ursachen Forschung gehen, ich habe mit Ihr geredet, geredet und geredet. Wir haben immer gesagt, dass Ihr Kind ebenfalls Hilfe braucht! Aber niemand wollte uns zuhören! Und jetzt ist es soweit, dass eine ganze Grundschule Ihr Kind für ein Opfer hält, uns als mobbende Eltern sieht und niemand mehr die wahren Opfer sieht, unsere Kinder. Welche zwei Jahre lang, massiven sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren  und immer noch darunter leiden. Viele der Kinder leiden heute noch an Alpträumen, machen sich ein und erzählen das Erlebte detailgetreu immer noch nach. An alle Experten da draußen, es ist falsch zu behaupten, dass Kinder das wegstecken, es verarbeiten und keine Folgeschäden haben. Es kann durchaus sein, dass es Kinder gibt, die das Ganze gut verarbeiten.

Aber es wird immer auch Kinder geben, die darunter leiden und immer daran zu knabbern haben. Natürlich haben wir anderen Eltern Mitleid mit dem übergriffigen Kind. Wir sind uns alle schon sehr lange sicher, dass dieses Kind selber sexuellen Übergriffen ausgesetzt sein musste! Wir haben es immer geahnt. Und das dem Kind nicht geholfen worden ist, ist einfach furchtbar!

Weder das Jugendamt, das Landesjugendamt, der paritätische, der Träger noch das pädagogische Personal, haben die Signale erkannt und gehandelt! Das ist für uns alle eine Qual.  Doch nach all dem was ihr Kind unseren Kindern angetan hat, habe ich erwartet, dass Sie mit mir redet! Dass Sie mir ins Gesicht sagt, er hat das gemacht, weil er sexuell missbraucht worden ist. Dass es Ihr Leid tut, dass niemand diese Signale erkennen wollte. Und das es Ihr Leid tut, dass Sie sein Verhalten immer als interessiert dargestellt hat. Dass Sie Stellung nimmt zu solchen Aussagen wie, dann wechsle doch den Kindergarten, wenn es dir nicht passt. Von mir aus auch, dass Sie mich anschreit, wie konntest du das Buch schreiben oder wie kannst du diesen Blog betreiben usw.

Aber eine kalte Schulter und nicht das Rückrat einem in die Augen zu schauen, ist für mich schwer verdaulich. Und irgendwie sieht es auch wie ein indirektes Schuldeingeständnis aus, denn ich glaube mittlerweile, dass Sie genau wusste, warum Ihr Kind ist, wie es ist. Sie wollte es nur nicht eingestehen und hat sich wie ein Chamäleon angepasst. Spreche ich mit Ihr rede ich so, spreche ich, mit denen spreche ich so usw. Jeder lebt, wie er muss, mich trifft es, dass so ein kleines Kind durch die Hölle gehen muss/ bzw. musste, und alle, Einrichtung, Personal, Träger, Jugendamt, Landesjugendamt und der paritätische, die Augen geschlossen haben und lieber gegen uns Eltern gearbeitet haben! Uns als Lügner dargestellt haben, unsere Kinder als Lügner dargestellt haben, uns beschuldigt haben Kinder zu stigmatisieren und falsche Anschuldigungen zu stellen usw.

Na, wie sieht die Welt jetzt aus, wo außerhalb davon gesprochen wird, dass der Missbrauch im Kita von einem fremden Mann während eines Waldaufenthalts ausgeführt worden sein soll?! Das Chamäleon, schlägt wieder zu, es schützt seine Familie und da ja jetzt die Katze aus dem Sack ist, musste man sich eine Taktik überlegen, wie man sein Kind eine unbeschwerte Grundschulzeit gewähren kann, so dass man bei seinem Verhalten einfach mal die Augen zu drücken kann. Schlau und perfide und meine Sicht auf das traurige Bild…

Ich frage mich immer wieder, wie man in den Spiegel schauen kann mit dem Wissen, dass man so vielen Kindern geschadet hat. Dass man seinem Kind geschadet hat oder noch schadet, indem man den Missbrauch weiterhin deckt. Wie kann man so eiskalt an jemanden vorbeigehen, der wirklich versucht hat, Hilfe zu bekommen für alle Kinder. Aber wahrscheinlich ist es die einfachste Art der Welt, ich halte mir die Augen zu, dann sehe ich meine Probleme nicht mehr. Wer weiß, vielleicht war unsere Begegnung gar nicht darauf ausgerichtet mich emotional zu treffen, sondern einfach mal die Person daran zu erinnern, was ihr Verhalten bei anderen Menschen ausgelöst hat! Ich hoffe, Sie konnte wenigstens am Samstag nicht schlafen…