Zwei Welten, ein Spiegel und eine Wahrheit?

hand in hand in hand

Ich werde häufig gefragt, wie es im Moment im Kindergarten aussieht. Wie viele Kinder da sind, ob neue Kinder da sind, wie das neue Personal ist und und und. Zu vielen Sachen kann ich noch keine Auskunft geben. Aber zu allgemeinen Dingen, bin ich immer wieder gerne bereit Auskunft zu geben 😉 Ja, es sind viele neue Kinder bei uns im Kindergarten. Trotz der Ereignisse und der Flüsterpost, haben sehr viele Eltern Ihre Kinder bei uns angemeldet. Mittlerweile weiß ich auch warum.

  • Zum einem wurde neu zugezogenen Eltern gesagt, dass es keine freien Plätze mehr im gesamten Stadtgebiet gibt und nur unser Naturkindergarten freie Plätze hat. Zum anderen werden Fragen von neuen Eltern, bezüglich der  sexuellen Übergriffe vom alten Team so beantwortetet:
  • „Also Doktorspiele gab es in unserem Kindergarten, diese sind aber völlig normal in diesem Alter. Es gab ein Kind, welches in solchen Situationen über die Stränge geschlagen hat, aber das hatten wir schnell im Griff. Sonst hätte ich meine Tochter ja auch nicht hier in dem Kindergarten.“ Es handelt sich hierbei um eine Erzieherin, welche ihr Kind in der Einrichtung seit circa Februar März, dieses Jahres hat

Als ich das erfahren habe, ist mit fast die Spucke im Hals stecken geblieben…. Unglaublich oder das Netzwerk arbeitet einfach weiter. Neuen Eltern, welche neu zugezogen sind, werden einfach zu unserer Kita hingeleitet, damit das Platzverhältnis wieder stimmt… Und das alte Team oder zumindest diese Erzieherin, bringt es fertig zu sagen, da war was aber wir hatten es unter Kontrolle und Doktorspiele sind normal… Noch einmal kurz zur Wiederholung, es handelte sich hier nicht um Doktorspiele, sondern sexuelle Übergriffe in einem Zeitraum von 2 Jahren! Hier wurde um es noch einmal zu verdeutlichen, Kinder dazu gezwungen:

  • sich Stöcke einführen zu lassen, vaginal und anal,
  • Pippi zu trinken,
  • am Popo zu riechen,
  • Zungenküsse zu geben,
  • sich den Penis mit Dreck zu bestäuben und den Dreck dann runter zu schütteln
  • Penisse zu küssen,
  • Scheiden zu rubbeln,
  • usw.

Klar das sind natürlich alles ganz normale altersgerechte Doktorspiele, die alle im Blick waren und vor allem immer fachgerecht unterbunden wurden! Und das man das eigene Kind dazu verwendet, seine Aussage auch noch zu bekräftigen, ist interessant. Und hier frage ich mich, gibt es tatsächlich diese zwei Welten? Kann man nach so einer Aussage noch in den Spiegel schauen und das glauben, was man da neuen Eltern versucht zu verkaufen? Oder geht das wirklich, dass man sich einreden kann, dass alle um einem herum, die Eltern, die Kinder usw. lügen, damit man sich den Schuh nicht anziehen muss, dass man pädagogisch vollkommen versagt hat und noch nicht einmal heute das Rückrat hat zuzugeben, dass es zu sexuellen Übergriffen über zwei Jahre in der Einrichtung gekommen ist, dass man die Situation nicht unter Kontrolle hatte, dass man aus den Fehlern aber gelernt hat und mit neuer Leitung und qualifizierten Schulungen positiv in die Zukunft blickt. Nein, es wird gesagt, alles ist gut, ich hab mein Kind auch in der Einrichtung und wir hatten alles voll im Griff. Sie kann immer für ihr Kind da sein, sie war auch immer da… Aber wir anderen Eltern sind eben nicht da und können unser Kind schützen.

Die Aussage der Erzieherin hat mir aber eines klar gezeigt, nämlich, dass all die Entschuldigungen vom Jugendamt, dem Träger, dem pädagogischen Personal nur hole Phrasen waren, um uns Eltern wieder in Spur zu bringen und zu halten. Denn es scheint ja immer noch so zu sein, dass das Personal denkt, dass aus einer Mücke ein Elefant gemacht worden ist, und sie aus weiterer Schadensbegrenzung einfach klein beigeben mussten… Sie hatten alles im Griff? Wenn das so gewesen wäre, dann hätten viele Kinder keine sexuellen Übergriffe erleben müssen und müssten nicht an den Folgeschäden noch zu kämpfen haben!

  1. Die Kinder waren vaginal verletzt
  2. Haben sich eingekotet, eingenässt
  3. Hatten Blasenentzündungen
  4. Haben Angstzustände, Alpträume
  5. chronische Bauchschmerzen
  6. und absolut kein Vertrauen mehr in das Personal

Aber wie heißt es so schön, es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird… Wie können diese Menschen noch schlafen? Wie können Sie sich einreden, dass nichts geschehen ist? Wie können Sie nach außen die Geschehnisse als normale Doktorspiele darstellen? Und das nach angeblich qualifizierten Schulungen? Wie können diese Menschen unsere Kinder immer noch als Lügner hinstellen?

Das geht, weil das Netzwerk immer noch sauber arbeitet… Und die Eltern einfach nicht zusammenhalten, da dieses Thema einfach zu speziell ist. Das geht, weil Menschen gerne wegschauen und nur das Hören möchten, was Ihnen am besten passt. Das geht weil es einfacher ist jemanden zu glauben der eine pädagogische Ausbildung hat, denn wenn man an diesem Menschen zweifelt, dann ist es schwer sein Kind dort hinzubringen. Das geht weil niemand den Mut hat über die Geschehnisse zu berichten. Das geht, weil diese Menschen darin bestärkt werden, dass Sie alles richtig gemacht haben, damit bloß kein Geld auf der Strecke bleibt. Das geht, weil man das Wohl der Kinder, einfach nach hinten stellt, denn wie wir alle wissen, Kinder stecken viel weg…

Etwas Schaden hat die ganze Sache der Kita natürlich gemacht, anstatt, dass wir mit 40 Kindern starten und Öffnungszeiten bis 16.30 Uhr haben, sind wir bis Jahresende 2016/2017 erst 30 Kinder und die Öffnungszeit bleibt vorerst bis 14.30 Uhr.

Aber was bringt das alles, wenn niemand bereit ist, die Wahrheit einzugestehen und zu sehen? Es ist tatsächlich so, dass Gras über die Sache wachsen soll, einfach viel, viel Gras und bald sollen alle Stimmen verstummen. Und irgendwann hört jeder nur das, was er möchte und das was war wird nicht mehr nachzuvollziehen sein, weil jeder anderes über die sexuellen Übergriffe spricht. Die einzigen, die noch Probleme damit haben werden sind die Eltern, deren Kinder weinend aus dem Schlaf erwachen. Immer noch über die schlimmen Erlebnisse berichten und krank werden. Aber das sind ja übersensible Kinder, denn die Situation war ja immer komplett und kompetent in pädagogischen Händen…

Ich bin sauer und traurig einfach „SAUERTRAUER“, ich finde, das beschreibt meine Gefühlswelt am besten. Ich verstehe die Welt und die Menschen nicht mehr, ich verstehe die Menschen nicht, die ich wirklich gern hatte und sehr viel Potenzial in ihnen gesehen habe. Und ich stelle mir jeden Tag die Frage, was soll ich noch machen? Was kann ich noch machen? Unsere Kinder sind das wertvollste was wir haben, sie zu erziehen, ihnen beizustehen, sie zu begleiten, sollte die wichtigste Aufgabe sein, die wir in unserem Leben haben.  Und dazu gehört eben auch, sich aufzulehnen und nicht mit dem Strom zu schwimmen, denn ansonsten gehen unsere Kinder unter. Sie werden verlernen zu reden, wenn wir Ihnen nicht zuhören, wenn Sie es tun. Und wir sollten Ihnen klar machen, egal was man Ihnen versucht einzureden, wir Glauben Ihnen und wir werden Ihnen helfen!