Irgendwie dazwischen

Familie

Nach dem großen Showdown im Kindergarten, ist ein wenig Zeit vergangen und viele Eltern von der „alten Riege“, versuchen die Geschehnisse zu verarbeiten. Sie möchten unbeschwert in die Zukunft blicken, die alten Geister ruhen lassen und weitermachen. Ich finde, dass man dieses Kapitel versuchen kann zu verarbeiten, aber der Kern des Problems, sollte dennoch im Auge behalten werden und auch in Angriff genommen werden. Denn das pädagogische Personal in sämtlichen Einrichtungen ist einfach nicht genügend sensibilisiert auf das große, schwere Thema sexuelle Übergriffe unter Kindern.

Kindertageseinrichtungen und Bildungseinrichtungen, sollten sich präventiv auf diese Art von Gewalt vorbereiten. Dies geht nicht von heute auf Morgen, aber damit das Personal gut vorbereitet in solche heiklen Situationen handeln kann, müssen hier Schulungen her:

  • Zum Thema was ist kindliche Sexualität?
  • Was sind Doktorspiele?
  • Wie gehe ich mit Grenzverletzungen um?
  • Wie erkenne ich, dass es sich um einen sexuellen Übergriff handelt?
  • Was muss ich machen, wenn ein Kind Opfer von sexuellen Übergriffen geworden ist?
  • Sollten wir Doktorspiele in unserer Einrichtung erlauben?
  • Wenn ja, welche Regeln stellen wir auf?
  • Wie stehe ich zur kindlichen Sexualität?
  • Welche Programme können wir mit den Kindern durchgehen, damit diese gestärkt und selbstbewusst werden?
  • Wie können wir die Eltern miteinbeziehen?

In der Ausbildung zu einer pädagogischen Fachkraft, kommt das Thema sexuelle Übergriffe unter Kindern einfach viel zu kurz. Das Personal entscheidet meist in solchen Situationen zu emotional, das eigene Bauchgefühl entscheidet, wie sich die Kraft einbringt. Dabei könnte man hier mit gezielten Schulungen, dass Personal stärken. Denn gerade in diesen Situationen ist es wichtig, dass das Personal Professionalität zeigt! Und einen klaren Handlungsleitfaden hat, wie Sie mit der Situation, sowie mit den Kindern und Eltern weiter kommunizieren. Der Leitfaden sollte nicht nur niedergeschrieben werden, sondern auch erprobt werden. Denn wenn es zu sexuellen Übergriffen kommt, dann muss jede weitere Handlung und jeder weiterer Schritt klar durchdacht sein! Und das zum Wohle der Kinder! In unserem Fall, wurden die sexuellen Übergriffe vertuscht, vom Jugendamt, dem Träger und der Einrichtung bis heute noch banalisiert. Trotz der Härte der Vorfälle und dem wirklich wichtigen Punkt, dass diese vorwiegend vom einem Kind durchgeführt worden sind, wurde bis heute nicht in der Presse davon berichtet.Obwohl vielleicht genau dieses mediale Interesse dazu hätte führen können, dass Änderungen in der Ausbildung oder Schulungen zu diesem Thema zu einer Art Pflichtprogramm geworden wäre.

Zu uns Eltern wurde immer gesagt, wir möchten nicht das die Kinder stigmatisiert sind oder darunter Leiden, wenn die Presse aktiv wird. Aber ganz ehrlich, die Kinder sind seit dem Tag stigmatisiert, seit dem das Personal und der Träger zugelassen haben, dass Kinder über zwei Jahre sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren und hier nochmal für Alle die immer noch nicht wissen worum es bei uns ging:

  • Stockeinführungen anal und vaginal
  • Penis küssen, in den Mund nehmen
  • Pippi trinken
  • Popo riechen
  • Scheiden rubbeln
  • Zungenküsse
  • Schläge, Erpressungen, Gewalt
  • usw.

Das alles wurde als normale „Doktorspiele“ verkauft und das wir Eltern übertreiben, eine Hetzjagd auf Träger und den Eltern des übergriffigen Kindes durchführen usw. Es war eine wirklich menschlich enttäuschende Angelegenheit, weil die Schuldigen sich einfach zu Unrecht beschuldigt fühlen. Wahrscheinlich muss man sich das auch so einreden, damit man noch abends in den Spiegel schauen kann, ich weiß es nicht.

Für mich wird was dieses Thema betrifft nie Ruhe eintreten, denn mit dem Austausch von Personal, Kindern usw, kann man nicht die Grundeinstellung der Menschen ändern. Denn für den Großteil ist es einfach schicker oder einfacher, wenn man Gras über solche Angelegenheiten wachsen lässt und nur aufschreit, wenn es einem persönlich betrifft oder wieder akut wird. Ich finde wir sollten alle gemeinsam, präventiv daran arbeiten und zusehen, dass den Kindern zukünftig solche schrecklichen Sachen nicht mehr geschehen kann oder wenn es passiert, dass die Kinder die Hilfe und Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben – Liebe, Wärme und Glauben an das was Sie uns erzählen!

Gerade mit wegschauen und dem inneren Gedanken, naja, das Kind ist nicht mehr da usw. macht man den großen Fehler dem Träger zu stärken, dass er alles Richtig gemacht hat und der Gewalt gibt man die zweite Chance wieder aufzukeimen. Denn niemand kann wissen welche Kinder mittlerweile betroffen sind, was sie sich abgeschaut haben usw. Die Wurzel dieses Problems wird nie gelöst werden, wenn Menschen sich nicht wirklich aktiv mit diesem Thema auseinander setzen, weil es einfach bequemer ist. Ich finde