Meinungen von Eltern

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Ein wirklich interessantes Phänomen ist, wenn in einer Kita sexuelle Übergriffe Publik werden, haben alle Eltern eine eigene Meinung. Die einzelnen Meinungen werden Sie nicht immer nachvollziehen können,  oder ändern sich wie ein Fähnchen im Wind, dennoch werden Sie sich damit auseinander setzen müssen.

Betroffene Eltern

Vorab, wenn sexuelle Übergriffe oder massive Grenzverletzungen in Ihrer Kita geschehen, dann sind in meinen Augen alle Eltern „betroffen“, denn schließlich geht es um das Wohl der Kinder! Dennoch spaltet sich die Elternschaft bei solchen Vorkommnissen. Denn jeder Mensch hat seine eigene Meinung und Empfindung. Das gilt auch für direkt betroffene Eltern. Der Schock, was ist mit meinem Kind geschehen, warum mein Kind und wie konnte das geschehen?! Ist eine Seite die Eltern empfinden wenn so etwas schreckliches geschieht. Es wird Eltern geben die die Einrichtung stürmen, wissen möchten wie das geschehen konnte, Lösungen haben möchten und eine Änderung hervorrufen möchten. Es wird aber ebenfalls Eltern geben, die das Thema wegschieben, sich nicht damit auseinandersetzen möchten, die Angelegenheit nicht breit treten möchten, aus Angst, ihr Kind könnte in den Vordergrund geraten. Ihnen ist es peinlich und Sie schämen sich, dass ihr Kind „Opfer“ geworden ist. Dieser Elterntyp wird die Elternschaft gravierend spalten. Denn dieser Typ hält sich einfach raus, er wird versuchen die Geschehnisse ruhig im stillen mit dem pädagogischen Personal zu besprechen und hoffen, dass nichts nach außen dringt. Was natürlich ein Fehler ist, weil wenn die anderen Eltern nicht wissen, was geschehen ist, können Sie nicht auf Signale Ihrer Kinder achten und nicht feststellen ob diese ebenfalls Opfer geworden sind. Diese Eltern werden sich allen sperren und Ihnen nicht helfen, dass die Einrichtung das Thema aufgreift und mit allen Eltern thematisiert.

Andere Eltern, welche direkt betroffen sind, wollen dass Ihr Kind Hilfe bekommt, wollen angehört werden, wollen dass das Thema in der Einrichtung bearbeitet wird und werden laut. Hier kommt es auf die Reaktion der Einrichtung an, erkennen Sie, dass etwas schlimmes geschehen ist und handelt die Einrichtung sofort, dann ist beiden Elterntypen geholfen. Denn die Einrichtung kann den anderen Eltern auch anonymisiert weiter geben was Geschehen ist, die weiteren Maßnahmen besprechen und allen Eltern sowie Kindern ist geholfen. Sollte die Einrichtung sich aber sperren, das Thema nicht aufgreifen und versuchen es zu banalisieren, dann müssen Sie als Elternschaft zusammenarbeiten! Genau ab dem Punkt kämpfen Sie bereits gegen mächtige Windmühlen, denn einmal haben Sie die Einrichtung, das Jugendamt und die Eltern, die das ganze unter den Teppich kehren möchten und zum anderen die Elternschaft die am liebsten die Einrichtung verklagen möchte. Finden Sie einen gesunden Mittelpunkt, versuchen Sie ganz sachlich Ihre Lage, Ihre Situation dazustellen. Holen Sie sich Hilfe von Vereinen die sich intensiv mit diesem Thema befassen! So kann niemand sagen, dass Sie sich mit dieser Thematik nicht auskennen oder wilde Vermutungen anstellen.

Sollte das alles nichts helfen und Sie entscheiden sich die Presse oder einen Anwalt einzuschalten, dann seien Sie darauf gefasst, dass nicht alle Eltern auf Ihrer Seite sein werden. Denn auf einmal werden Stimmen laut wie:“ Was soll das denn, was ist wenn die Einrichtung schließt?“ “ Wie konntest du das machen, du hast uns nicht einmal gefragt.“ “ Ich möchte nicht das der Name meines Kindes in der Presse landet.“ “ Wie egoistisch ist dass denn, wir wollen nicht das sich was ändert.“ Ich könnte noch vieles weitere hier einfließen lassen, aber das würde den Rahmen sprengen 😉 Auch Eltern die klar gesagt haben, wir müssen etwas unternehmen, ändern manchmal sehr schnell die Meinung, wenn Sie auf einmal Angst haben, dass Sie Ihren Kindergartenplatz verlieren, oder wenn Sie Ihre Stimme erheben, dass die Kinder dann schlechter von dem pädagogischen Personal behandelt werden, oder einfach lieber im verdeckten arbeiten, damit man schön zwei Gesichter zeigen kann. Im Recht zu sein, heißt nicht das man Recht bekommt! Und genau dies, werden Sie spüren.

Auf einmal waren die Vorfälle nicht so schlimm, sie werden als Hetzer dargestellt, Menschen die nur zufrieden sind, wenn Sie anderen Menschen schaden usw. Ach ja, und wir wurden von einer Mutter sogar als heuchelnde Hackfressen bezeichnet 😉 Und das nur, weil wir einen sicheren Kita Platz für unsere Kinder haben möchten, ohne Gewalt, mit Präventionsarbeit, einfach eine glückliche unbeschwerte Zeit! Und gerade diese Mütter die auf einmal so niveaulos reden, sind die, welche vorher noch laut gebrüllt haben, wir müssen die Presse einschalten, das übergriffige Kind wurde bestimmt sexuell missbraucht usw. Jup… es ist wirklich unbegreiflich wie Menschen ticken, man kann ihnen leider nur vor den Kopf schauen. Und bei uns ging es um Übergriffe von  2014-2016 … maßgeblich von einem Kind durchgeführt. Aber naja, ist alles nicht schlimm…

Eltern von übergriffigen Kindern 

Klar diese Position ist ebenfalls nicht einfach. Auf einmal befindet man sich in einem Gefühlskarusell aus Scham, Angst und Kampfgeist für sein eigenes Kind. Mir wurde einmal gesagt, diese Eltern fühlen: Scham, haben Angst etwas in der Erziehung falsch gemacht zu haben und verdrängen sehr oft die Taten Ihrer Kinder, damit Sie sich nicht damit auseinandersetzen müssen. Versuchen Sie diesem Elterntyp gegenüber sachlich zu bleiben. Die Eltern müssen sich selbst erst fangen, einen Weg finden und einen zeitlichen Rahmen zum Handeln finden. Wenn Sie jedoch schon mehrfach mit den Eltern geredet haben und diese einfach nicht reagieren, dann müssen weitere Maßnahmen getroffen werden, wie den Träger, die Einrichtung und das Jugendamt benachrichtigen. Denn mehrfach übergriffiges Verhalten, muss behandelt werden, damit die Ursachen gefunden werden können und diesem Kind oder diesen Kindern ebenfalls geholfen werden kann. Vorwürfe und falsche Vermutungen warum das Kind dies macht, helfen weder Ihrem Kind noch dem übergriffigen Kind. Wichtig ist was wird getan, was kann getan werden und wie sieht die Zukunft aus, damit alle Kinder wieder fröhlich die Einrichtung besuchen können.

Ich hatte mich entschlossen ein Buch über die Vorfälle sowie wie damit umgegangen worden ist zu schreiben, welches veröffentlicht worden ist. Weder Einrichtung, noch Träger, noch Jugendamt sowie ein kleiner Teil der Eltern, fanden das gut. Und wie es in unserer Gesellschaft so ist, anstatt dass man sich Gedanken macht was alles schief gelaufen ist, wie unfair die Handhabung unserer betroffenen Kinder gegenüber war, welche Narben das Ganze hinterlassen hat, wird einem unterstellt, dass man Profit aus der Lage der Kinder schlagen möchte, man die Einrichtung schließen lassen möchte usw. Aber da muss man einfach drüber stehen! Denn ich habe Schutzpanzer geschrieben, damit man auf die Art von Gewalt hinweist, diese Publik wird, man präventiv mit den Kindern arbeitet und Eltern die sich in der selben Lage befinden, wissen das Sie nicht alleine sind! Unsere Tipps sollen Ihnen helfen und an Alle Zweifler da draußen, reich, wird man damit nicht, denn der kleine Erlös geht an die Organisationen die uns unterstützt haben! Sowie an Präventionskurse für Eltern die sich das nicht leisten können …

Abschließend bleibe ich dabei, stehen Sie auf für Ihre Kinder, schützen und stärken Sie Ihre Kinder, seien Sie laut, denn wenn Sie mit dem Strom schwimmen geht Ihr Kind unter. Und ganz ehrlich wem schert es schon was andere denken, Hauptsache Sie können in den Spiegel schauen!