Ist mein Kind ein Täter?

Kinderhände für eine bessere Zukunft

Wenn Eltern erfahren, dass Ihr Kind sexuelle Übergriffe an anderen Kindern durchgeführt hat, ist der Schock meistens groß. Viele Eltern fragen sich warum? Und können ihre eigenen Gefühle Ihrem Kind gegenüber nicht klar definieren. Warum macht mein Kind so etwas? Sehr oft neigen Kinder zu sexuellen Übergriffen, wenn Sie selbst welche erfahren haben. Sie versuchen das Erlebte zu verarbeiten und bringen andere Kinder in die gleiche Situation.

Wenn Sie mit ihrem Kind reden, dann achten Sie darauf, dass Sie den Grundgedanken mitnehmen, aber nicht das Gespräch damit starten. Versuchen Sie vorsichtig zu hinterfragen, warum ihr Kind das getan hat. Und stellen Sie von Anfang an klar, dass das Verhalten nicht richtig war, dass Sie das nicht gut finden, und dass es nicht mehr vorkommen darf! Bleiben Sie dabei sachlich und vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie sein Verhalten nicht gut finden, das Kind aber lieben. Dass beides nichts miteinander zu tun hat. Versuchen Sie bestimmt herauszufinden, was die Ursache für das Verhalten Ihres Kindes ist. Wenn Sie merken,  dass Ihr Kind sich Ihnen gegenüber versperrt, dann suchen Sie sich Hilfe. Sprechen Sie mit einem Kinderarzt Ihres Vertrauens und besprechen Sie weitere Vorgehensweisen. Wichtig ist, dass Sie erfahren, warum ihr Kind diese Form von Gewalt ausgeübt hat und das ihr Kind lernt, dies nicht mehr zu wiederholen.

Ab wann muss man reagieren?

Wie oder wann man auf sexuelle Übergriffe regiert werden muss und soll, wird nicht nach persönlichen Einstellungen oder Empfindungen entschieden. Fakt ist, kommt es zu sexuellen Übergriffen muss reagiert werden! Das pädagogische Team ist verpflichtet, die Kinder in der Einrichtung zu schützen. Dazu zählen auch sexuelle Übergriffe unter Kindern. Wir als Eltern können  und dürfen erwarten, dass das Personal angemessen sowie direkt auf solche Vorfälle reagiert.

„SEXUELL ÜBERGRIFFIGES VERHALTEN VERWÄCHST SICH NICHT! Fachgerechte Intervention ist immer auch Täterprävention: Denn ein Kind, das deutliche Grenzsetzungen bei sexuell übergriffigem Handeln erlebt, bekommt die Chance, davon abzurücken, weil es keinen Erfolg hatte. Andernfalls besteht die Gefahr, in ein sexuell übergriffiges Verhaltensmuster hineinzuwachsen und dann im Jugend- und Erwachsenenalter strafbare sexuelle Übergriffe zu begehen.“ Quelle: http://www.strohhalm-ev.de/kunde/pdf/1/AJS_Sexuelle_Uebergriffe_unter_Kindern.pdf

Ist mein Kind ein Täter?

Im Kindergartenalter spricht man nicht vom „Täter“, sondern man nennt es „übergriffig“. Und die Frage ist klar Ja, wenn Ihr Kind sexuelle Übergriffe an anderen Kindern verübt, dann ist ihr Kind das übergriffige Kind. Der andere Begriff ändert nichts daran, dass Ihr Kind die sexuellen Übergriffe ausgeführt hat. Bei Kindern spricht man nicht gerne von Tätern, weil hier meistens das Verhalten eine Ursache hat, die man erst erforschen sollte und Kinder noch nicht als strafmündig zählen. Das heißt aber nicht, dass die Einrichtung sowie die Eltern einfach den Kopf in den Sand stecken sollten, nach dem Motto: „ Er/Sie ist ein Kind, das verwächst sich oder er entwickelt noch seine sozialen Kompetenzen …“ etc.   Dem Kind muss klar gemacht werden, dass dieses Verhalten falsch ist und es nicht wieder geschehen darf. Die Einrichtung sollte Ihre komplette Aufmerksamkeit erst den betroffenen Kindern widmen, bevor Sie mit dem übergriffigen Kind über sein Verhalten reden. Und danach sollte allen Eltern ein klarer Handlungsleitfaden vorgelegt werden, wie zukünftig mit solchen Vorfällen umgegangen wird und was gemacht wird, um präventiv solchen Grenzverletzungen entgegenzuwirken.

Wenn Ihr Kind übergriffig ist, dann versuchen Sie mit den anderen betroffen Eltern zu reden. Erzählen Sie Ihnen, dass es Ihnen leidtut, dass Sie Ihrem Kind Hilfe holen und zukünftig mit der Einrichtung gemeinsam daran arbeiten, dass es nicht mehr zu solchen Vorfällen kommen kann. So schützen Sie sich und Ihr Kind vor weiteren Anfeindungen durch Eltern von betroffenen Kindern. Warten Sie auch nicht zu lange, suchen Sie so schnell wie möglich das Gespräch, am Besten in Form eines Elternabends, mit dem pädagogischen Personal als Bindeglied.