Wie kann ich mein Kind vor sexuellen Übergriffen durch Kinder schützen?

kind mit Gefühlen Angst, traurig alleineKinder lernen schon sehr früh in ihrer Entwicklung sowie der Erziehung, Grenzen zu respektieren. Zum einem durch das NEIN sagen der Eltern zum anderem das respektieren von Grenzen anderer Kinder. Zum Beispiel: Das Spielzeug bekommst du jetzt nicht, ich hab es zuerst oder Es wird nicht gehauen, es wird niemanden weh getan. Und genauso wichtig ist es, dass Kinder im sexuellen Bereich ebenfalls lernen Grenzen anderer zu respektieren. Dass, der Körper ihnen ganz allein ist und niemand anderer etwas machen kann, was das Kind nicht möchte.

Wir als Eltern müssen unseren Kindern ein positives Körpergefühl vermitteln, durch tägliche Zuwendung, erklären das der Körper was einzigartiges ist, das niemand etwas machen darf, was man selbst nicht möchte oder man sich unwohl fühlt. Die Kinder sollen ein gesundes Körpergefühl und Selbstbewusstsein entwickeln.  Denn genau dies ist die Grundvoraussetzung für den späteren Umgang mit dem Thema Sexualität. Erklären Sie Ihrem Kind, dass kindlich, sexuell geprägte Entdeckungen des eigenen Körpers sowie der anderer Kinder, zum Beispiel im Form von Doktorspielen völlig in Ordnung sind- Solange alle Beteiligten sich wohl bei diesem Spiel fühlen und sich an die vorher festgelegten Regeln gehalten wird, wie zum Beispiel:

  • Keine Gegenstände in Anus, Scheide, Mund, Ohren etc.
  • Doktorspiele sind völlig in Ordnung, wenn alle Beteiligten freiwillig daran teilnehmen
  • Alle Kinder sollen auf sich acht geben und darauf achten, das sich alle wohlfühlen
  • Niemand darf einem Kind weh tun
  • Kein Kind darf unter Androhungen, Erpressungen, Nötigungen oder Einfluss von Gewalt zu Handlungen gezwungen werden
  • Wenn ein Kind keine Lust mehr am Spiel hat, ist das in Ordnung und das Kind darf jederzeit aufhören
  • Ein NEIN muss von allen Beteiligten akzeptiert werden
  • Wenn niemand das NEIN respektiert, ist es völlig in Ordnung sich Hilfe von Erwachsenen zu holen
  • Doktorspiele sollten nur unter gleichaltrigen Kindern mit einem Altersunterschied von maximal zwei Jahren gespielt werden!

Denn viel zu schnell können aus zunächst einvernehmlichen Spielen, Grenzverletzungen bzw. sexuelle Übergriffe entwickeln. Und bevor aus solchen Spielen Ärger, Schmerz und negative Gefühle entstehen, sollten man präventiv entgegenwirken und im Vorfeld Regeln festlegen und darauf achten, dass diese Regeln auch eingehalten werden. Wenn Sie als Erwachsener eine Situation beobachten und merken da läuft etwas schief, greifen Sie sofort ein. Erklären Sie den Kindern das so ein Verhalten während dieses Spiels, keinen Platz hat. Kein Kind sollte gegen seinen Willen solche Spiele ertragen und darf sich immer und jederzeit Hilfe holen! Worte wie: „ Wenn du das nicht machst, dann bist du nicht mehr mein Freund meine Freundin oder dann lasse ich dich nie mehr mitspielen“ gehören nicht in den Spielverlauf und sollten ebenfalls direkt mit den Kindern besprochen werden.

Sexuelle Übergriffe unter Kindern, finden meisten nicht Zuhause statt sondern in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. Hier treffen viele Kinder verschiedenen Alters aufeinander und die Quote von Grenzverletzungen ist viel Höher als in den heimischen vier Wänden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass Sie immer im Austausch mit dem pädagogischen Personal bleiben. Fragen Sie im Vorfeld ob sich die Einrichtung mit diesem Thema beschäftigt und die das sozialpädagogische Konzept der Einrichtung aussieht.

Und stärken Sie Ihr Kind, lehren Sie ihm, ein gesundes Körpergefühl zu entwickeln und selbstbewusst zu sein. Erklären Sie Ihrem Kind was gute und schlechte Geheimnisse sind und das jeder, ein Recht hat NEIN zu sagen. Denn der Körper ist kostbar und gehört nur zu einem selbst, jeder sollte selbst entscheiden welche Berührung er zulassen möchte und welche nicht. Klar, werden Sie am Anfang Ihren Spaß haben zum Beispiel beim Zähneputzen, beim Duschen oder wickeln. Denn es kann sehr gut sein, das ihr Kind auf einmal findet, dass es das nicht machen möchte und der Körper schließlich ihm alleine ist. Aber mit liebevollen erklären warum wie die Sachen machen müssen und mit viel Geduld, sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind gestärkt, geschützt und selbstbewusst die Welt erobert. Und das ist mehr wert, als kleine Kämpfe um die tägliche Hygiene 🙂